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Meldepflicht in vielen Bundesländern

Wanderratte · Rattus norvegicus

Rattenbekämpfung

Ratten vermehren sich schnell, nagen an Leitungen und übertragen Krankheiten. Wir stoppen den Befall, dokumentieren ihn behördenfest und verschließen die Zugangswege.

Kurz beantwortet

Ein Rattenbefall lässt sich nicht aussitzen: Ein Weibchen bringt in einem Jahr bis zu fünf Würfe mit je sechs bis zwölf Jungtieren zur Welt. Wirksam ist nur die Kombination aus Befallsermittlung, gezielter Bekämpfung in gesicherten Köderstationen und dem dauerhaften Verschluss aller Zugänge ab etwa zwei Zentimetern Spaltbreite. In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein besteht zudem eine Meldepflicht gegenüber der Kommune.

Grundlage: § 17 und § 18 Infektionsschutzgesetz, kommunale Schädlingsbekämpfungsverordnungen, BAuA-Zulassungsauflagen für Rodentizide der Produktart 14

Warum ein Rattenbefall schnell eskaliert

Ratten sind ausgesprochen anpassungsfähig. Eine Wanderratte legt am Tag mehrere hundert Meter zurück, findet durch Spalten ab etwa zwei Zentimetern ins Gebäude und nutzt Abwasserleitungen als bequemen Verkehrsweg. Entscheidend für die Dringlichkeit ist die Vermehrungsrate: Ein Weibchen kann pro Jahr bis zu fünf Würfe mit jeweils sechs bis zwölf Jungtieren aufziehen, die selbst nach acht bis zwölf Wochen geschlechtsreif sind. Aus wenigen Tieren im Frühjahr wird bis zum Herbst eine Kolonie.

Hinzu kommt das Verhalten der Tiere. Ratten sind neophob: Sie meiden neue Gegenstände in ihrem Revier zunächst mehrere Tage. Wer eine Falle aufstellt und nach zwei Tagen keinen Erfolg sieht, schließt daraus fälschlich, es gebe kein Problem. Tatsächlich beginnt die Annahme oft erst nach vier bis sieben Tagen. Genau deshalb arbeiten wir mit Vorköderung und mit einem festen Kontrollrhythmus statt mit einem einmaligen Einsatz.

Was sich 2026 im Zulassungsrecht geändert hat

Die Bekämpfung von Ratten mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen unterliegt seit dem 30. Juni 2026 deutlich strengeren Regeln. Die befallsunabhängige Dauerbeköderung – also das ganzjährige Vorhalten giftiger Köder ohne konkreten Anlass – ist nicht mehr zulässig. Vor jeder Anwendung ist der Befall nachzuweisen und zu dokumentieren, etwa durch Sichtkontrolle, nicht toxisches Monitoring oder digitale Sensorik. Antikoagulante Rodentizide dürfen ausschließlich von sachkundigen berufsmäßigen Anwendern eingesetzt werden.

Für Betriebe mit Zertifizierung nach IFS, BRC oder QS bedeutet das eine echte Umstellung: Der früher übliche Kranz permanent bestückter Köderboxen um das Gebäude erfüllt die Anforderungen nicht mehr. An seine Stelle tritt ein Monitoringkonzept mit ungiftigen Indikatorködern, definierten Auslösekriterien und einer sauber dokumentierten Eskalation im Befallsfall. Wir stellen bestehende Anlagen darauf um und liefern die Nachweise, die ein Auditor sehen will.

Der häufigste Weg ins Haus: die defekte Anschlussleitung

In etwa der Hälfte aller innerstädtischen Befälle, die wir bearbeiten, ist die Ursache kein offenes Fenster, sondern eine schadhafte Grundleitung. Risse, verschobene Muffen oder stillgelegte, nicht verschlossene Anschlüsse geben Ratten aus dem öffentlichen Kanal einen direkten Zugang in Keller und Hohlräume. Solange dieser Weg besteht, ersetzt jede entnommene Ratte eine nachwandernde.

Wir prüfen deshalb bei jedem Befall im Gebäudeinneren die Abwassersituation mit und empfehlen bei Verdacht eine Kanaluntersuchung. Wirksam sind Rückstauklappen mit Rattensperre und der fachgerechte Verschluss stillgelegter Leitungen. Diese Investition amortisiert sich schnell, weil sie die einzige dauerhafte Lösung ist.

Bekämpfung im Wohnumfeld, im Betrieb und im Freien

Im Privathaushalt arbeiten wir bevorzugt mit Schlagfallen und Elektrofallen. Sie wirken sofort, hinterlassen keine Rückstände und machen sichtbar, wie viele Tiere tatsächlich vorhanden sind. Nur wenn der Befall bereits fortgeschritten ist oder außerhalb des Gebäudes ein Bau besteht, ergänzen wir gesicherte Köderstationen.

In Lebensmittelbetrieben, Gastronomie und Hotellerie hat die Rückstandsfreiheit Vorrang. Hier kombinieren wir mechanische Verfahren mit engmaschigem Monitoring und dokumentieren jeden Handgriff so, dass die Unterlagen einer amtlichen Kontrolle oder einem Audit standhalten. Auf Wunsch arbeiten wir außerhalb der Öffnungszeiten.

Im Außenbereich, etwa an Böschungen, Komposthaufen oder in Hinterhöfen, ist die Sanierung der Umgebung ebenso wichtig wie die Bekämpfung selbst. Solange Futter frei verfügbar ist, bleibt jedes Objekt attraktiv. Wir benennen die Futterquellen konkret und geben eine umsetzbare Empfehlung – nicht bloß den Hinweis, es sei „sauberer zu halten“.

Was Sie sofort tun können

  • Alle offen zugänglichen Futterquellen beseitigen: Tierfutter, Vogelfutter, offene Vorräte, Speisereste im Kompost.
  • Mülltonnen schließen und, wenn möglich, mit Abstand zur Hauswand aufstellen.
  • Kellerfenster und Lichtschächte provisorisch mit engmaschigem Edelstahlgewebe sichern – Fliegengitter reicht nicht.
  • Keine Köder aus dem Handel offen auslegen. Das erzeugt Köderscheu und erschwert die spätere fachgerechte Bekämpfung erheblich.
  • Befall dokumentieren: Fotos von Kot, Nagespuren und Löchern mit Datum. Das hilft bei der Meldung und gegenüber dem Vermieter.
  • Bei Meldepflicht: Ordnungs- oder Gesundheitsamt informieren. Bereits der begründete Verdacht ist meldepflichtig.
Schädlingsnotdienst 24/7

Wespennest über der Haustür, Ratten im Keller, Bettwanzen im Hotelzimmer: Wir nehmen Ihren Notruf rund um die Uhr entgegen und kommen in der Regel noch am selben Tag.

Jetzt anrufen0163 7795869

Dokumentation, die Ihnen weiterhilft

Jeder Einsatz endet mit einem schriftlichen Protokoll. Es enthält den Befund, einen Lageplan der Köder- und Fallenstandorte, die eingesetzten Mittel mit Zulassungsnummer, die Kontrolltermine und eine Empfehlung zur baulichen Sicherung. Dieses Dokument brauchen Sie in drei Situationen regelmäßig: gegenüber dem Gesundheits- oder Ordnungsamt, gegenüber dem Vermieter oder der Hausverwaltung und bei Audits im Lebensmittelbereich. Es ist Bestandteil des Festpreises und wird nicht gesondert berechnet.

Woran Sie den Befall erkennen

  • Dunkler, spindelförmiger Kot von 1 bis 2 cm Länge, häufig entlang von Wänden
  • Nagespuren an Holz, Kunststoffrohren, Kabelisolierungen und Verpackungen
  • Schmierspuren: dunkle, fettige Streifen an Wänden, Rohren und Kanten auf Laufwegen
  • Trittsiegel und Schleifspuren des Schwanzes in Staub oder feinem Sand
  • Laufwege im Rasen, ausgetretene Pfade zwischen Hecke, Kompost und Gebäude
  • Erdlöcher von 6 bis 12 cm Durchmesser mit glatt ausgetretenem Rand
  • Nächtliche Kratz-, Nage- und Trippelgeräusche in Zwischendecken und Schächten
  • Süßlich-muffiger, ammoniakartiger Geruch in Kellern und Schächten
  • Auffällig unruhige Haustiere, die eine bestimmte Stelle fixieren

Steckbrief

ArtWanderratte (Rattus norvegicus), seltener Hausratte (Rattus rattus)
Körperlänge20 bis 27 cm plus Schwanz
Gewicht250 bis 500 g
Würfe pro Jahrbis zu 5, je 6 bis 12 Jungtiere
Geschlechtsreifnach 8 bis 12 Wochen
Durchschlupf abetwa 2 cm Spaltbreite
Aktionsradius50 bis 150 m um den Bau
LebensraumKanalisation, Keller, Hof, Kompost, Ufer, Ställe
Aktivüberwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Meldepflichtin acht Bundesländern, sonst kommunal geregelt

Welche Risiken bestehen

  • Übertragung von Leptospiren (Weil-Krankheit), Salmonellen, Campylobacter und Hantaviren
  • Verunreinigung von Lebensmitteln und Vorräten durch Kot, Urin und Haare
  • Kabelschäden mit Kurzschluss- und Brandgefahr, Ausfall von Steuerungen
  • Durchnagte Kunststoffrohre und Dichtungen führen zu Wasserschäden
  • Unterhöhlte Wege, Terrassen und Böschungen, Setzungsschäden am Baukörper
  • Betriebsschließung und Bußgelder bei Lebensmittelbetrieben nach amtlicher Kontrolle
  • Mietminderung: Gerichte haben bei Rattenbefall Quoten von 10 bis 80 Prozent zuerkannt

So beugen Sie vor

  • Abfall ausschließlich in verschlossenen Tonnen lagern, Deckel dicht halten
  • Kein Vogelfutter auf dem Boden, Futterreste von Haustieren abends entfernen
  • Kompost nur in geschlossenen Thermokompostern, keine gekochten Speisereste
  • Rohrdurchführungen, Lichtschächte und Kellerfenster mit Edelstahlgewebe sichern
  • Toilette nicht als Abfalleimer nutzen – über die Kanalisation gelangen Ratten ins Haus
  • Bewuchs an Fassaden zurückschneiden, 30 cm Abstand zwischen Erdreich und Wandöffnungen
  • Abwasseranschlüsse regelmäßig prüfen; defekte Leitungen sind der häufigste Einwanderungsweg
  • In Betrieben: dokumentiertes Monitoring mit nicht toxischen Ködern statt Dauerbeköderung

Häufige Fragen

Muss ich einen Rattenbefall melden?

In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein besteht eine Meldepflicht gegenüber Ordnungs- oder Gesundheitsamt. In den übrigen Ländern regeln das die Kommunen. Gemeldet werden muss bereits der begründete Verdacht, nicht erst der Nachweis. Wir übernehmen die Meldung auf Wunsch mit.

Wer zahlt die Rattenbekämpfung in einer Mietwohnung?

Schädlingsbefall ist ein Mangel der Mietsache nach § 536 BGB. Die Kosten der Beseitigung trägt grundsätzlich der Vermieter, sofern der Mieter den Befall nicht schuldhaft verursacht hat. Bis zur Beseitigung kommt eine Mietminderung in Betracht; Gerichte haben je nach Schwere Quoten von 10 bis 80 Prozent zuerkannt.

Wie lange dauert eine Rattenbekämpfung?

Bei einem frischen Befall im Einfamilienhaus meist drei bis vier Wochen mit zwei bis drei Terminen. Bei Anbindung an die Kanalisation oder bei großen Objekten sind sechs bis zwölf Wochen realistisch, weil ständig neue Tiere nachwandern, solange die bauliche Ursache besteht.

Sind Giftköder für Kinder und Haustiere gefährlich?

In manipulationssicheren Köderstationen sind sie für Kinder und Haustiere nicht erreichbar. Wir setzen Rodentizide ohnehin nur bei nachgewiesenem Befall ein und arbeiten im Innenbereich bevorzugt mit Fallen. Jeder Standort wird dokumentiert und nach Abschluss vollständig zurückgebaut.

Warum reichen Köder aus dem Baumarkt nicht?

Seit dem 25. April 2026 dürfen antikoagulante Rodentizide nicht mehr an private Verbraucher verkauft werden; Restbestände durften nur bis zum 22. Oktober 2026 aufgebraucht werden. Unabhängig davon war die Wirkung meist unzureichend, weil die Köder frei zugänglich ausgelegt wurden, die Ursache nicht behoben wurde und Ratten Köderscheu entwickeln.

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Ratten und Mäusen?

Rattenkot ist 1 bis 2 cm lang und spindelförmig, Mäusekot nur 3 bis 8 mm und reiskorngroß. Ratten hinterlassen fettige Schmierspuren an Wänden, Mäuse kaum. Ratten benötigen täglich Wasser und halten sich deshalb in feuchten Bereichen auf.

Kommen Sie auch nachts und am Wochenende?

Ja. Der Notdienst ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Gerade in Gastronomie und Lebensmittelhandel ist ein Einsatz außerhalb der Betriebszeiten oft die einzige Möglichkeit.

Termine nach Absprache. Telefonisch erreichbar an 365 Tagen im Jahr.

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